Elternatlas

Kinder bei der Feuerwehr Gersthofen im Landkreis Augsburg

Ein Vormittag sich wie ein echter Feuerwehrmann Sam und eine echte Feuerwehrfrau fühlen und alles gezeigt bekommen, was es bei einer Feuerwehr gibt - das ist der Traum vieler Kinder.

Für Sebastian, Nico, Paul und Laura ging dieser Traum in Erfüllung. Denn die Mama und Tante der vier hatte beim Elternatlas Adventskalender Gewinnspiel mitgemacht und das Nikolaus Türchen gewonnen.

Alle zusammen, die Kinder, Mama und Tante Martina sowie Oma und Opa und das Elternatlas Team waren mit dabei, als der 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen, Wolfgang Baumeister, und seine beiden Feuerwehrmänner Daniel und Moritz eine informative, humorvolle und kindgerechte Führung durch eine der größten Feuerwehren im Landkreis Augsburg machten.

Königsbrunn dürfte vom Fuhrpark her die größte Feuerwehr haben, aber die einsatzstärkste Feuerwehr ist Gersthofen. Gersthofen deckt von 320 Brandmeldeanlagen im Landkreis Augsburg 110 ab und hatte 2018 über 400 Einsätze. Mit 64 Aktiven und Jugend sind 85 Freiwillige dabei, dazu 2 Gerätewarte und der Kommandant.

Zuerst wurde im Foyer ein Feuerwehr Dummy detailliert angesehen. Dann ging´s zu den Umkleiden. Dort "schimpfte" der Kommandant, dass seine Jungs richtige Schlamper seien, da viele ihre Schuhe nicht aufgeräumt hätten. Das gefiel den Kindern und alle mussten lachen. Natürlich sind die Feuerwehrler und Feuerwehrlerinnen in Gersthofen keine Schlamper. Baumeister erklärte, dass viele die Stiefel so hingestellt haben, dass die Hose noch drüber ist und sie bei einem Einsatz ruck zuck in Hose und Stiefel gleichzeitig schlüpfen können. Clevere Vorbereitung für sekundenschnelle Einsatzbereitschaft. Denn in 12 Minuten muss die Feuerwehr einsatzbereit vor Ort sein.

In der großen Halle wurden die Augen der Kinder noch größer, denn da standen sie: alle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr. Nicht von Playmobil, Lego, Siku oder Bruder. Nein, sondern riesig und echt - fast wie in einer Ausstellung auf Hochglanz poliert. Alle Achtung, liebe Feuerwehr, bei Euch wird alles enorm sauber gehalten und gepflegt!

Daniel und Moritz gingen gezielt zum Löschfahrzeug und alle durften sich hineinsetzen. Wow - ein tolles Gefühl! Nicht nur die Augen der Kids leuchteten.

Das Löschfahrzeug wiegt etwa 15 Tonnen und hat 3000 Liter Wasser in seinem Bauch. Daniel zeigte die Hitzeschutz-Anzüge, die die Feuerwehrleute wie Astronauten aussehen lassen. Außerdem hat der Löschwagen einen "Fön" (Ventilator) mit an Board und einen Leichtschaumgenerator, der eine Art leichten Diskoschaum produzieren kann oder einen dichteren Schaum wie etwa Rasierschaum, der zum Glück nicht klebt. So lernten die Kinder, dass man nicht alles mit Wasser löschen kann, sondern manches nur mit Schaum.

In einem anderen Feuerwehrfahrzeug gibt es sogar ein komplettes Tierfangequipment mit Fangnetz, Leckerlis für Hunde und Katzen, ein Chipauslesegerät und vieles mehr. Immerhin haben inzwischen zahlreiche Einsätze der Feuerwehr mit Tieren zu tun.

Für schlimme Unfälle haben die Fahrzeuge Pedalschneider, Spreizer und Schere mit an Board.

Auf einem Tablet hat die Feuerwehr ein Crash Recovery System drauf. Daniel fragte, welches Auto denn die Mama fährt. Ruck zuck schaute Daniel in der Software nach, fand das Automodell und sah auf einen Blick, wo sich die Airbags befinden, wie viele es sind und ob es einen Hybridgasgenerator hat. Denn all das ist zwar für Autofahrer heute Komfort und Sicherheit, für die Rettungskräfte aber potentielle Gefahren. Um diese Gefahren sekundenschnell zu erkennen, dient diese moderne Software.

Danach führte der Chef die Truppe in die Wäscherei. Top Waschmaschinen, die die Wäsche für 15 Feuerwehren im Landkreis wäscht. Denn ein sehr wichtiges Motto ist "Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz." Nach jedem Einsatz muss die Kleidung gereinigt und auf Defekte geprüft werden. Auch die Atemschutzmasken. Für die gibt es sogar eine eigene Waschmaschine. Damit geprüft werden kann, ob die Masken voll funktionstüchtig sind, werden sie auf einem Dummy getestet. Dieser atmet ähnlich wie "Darth Vader" von Star Wars.

Sebastian bekam vom Feuerwehrchef eine Fluchthaube aufgesetzt und blickte dabei frech in die Runde. Die Kinder hatten wirklich viel Spaß und waren gut zwei Stunden unglaublich brav und interessiert. Alle Fragen von Kindern und Erwachsenen wurden beantwortet und jeder war überrascht, was es in einer Feuerwache alles gibt.

Der Bewegungslosmelder ist ein wichtiges Gerät für in Not geratene Feuerwehrleute.

Der herausragende und gut 20 Meter hohe Schlauchturm der FFW Gersthofen dient für Übungen zur Höhen- und Absturzsicherung aber natürlich auch, um die 20 Meter langen Schläuche zu trocknen. Die gesamte Truppe lief den Turm rauf und durfte einmal tief hinunter in den Schacht blicken.

Doch wo und wie werden die Schläuche überhaupt gewaschen, stellten sich alle die Frage. Um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen ging´s in den Keller. Baumeister lies zwei ewig langen Schläuche in der Schlauchwaschstraße ausrollen und dann hieß es "Wasser marsch". Ist der Schlauch mit Wasser gefüllt (20 Meter Schlauch hat bis zu 80 Liter Wasser Inhalt), erkennt man auch gleich, ob er noch intakt ist. Bei einem der beiden Schläuche trat Wasser aus. Dieser Schlauch muss entsorgt werden. Die beiden Schläuche wurden dann aber noch im Schlauchturm hochgezogen, damit sie trocknen können.

Im Keller befindet sich auch noch die Atemschutzübungsstrecke. Diese Käfige, die ein bisschen wie ein Kinderspielplatz - nur ohne bunte Bälle - aussehen, hat Baumeister und sein Team prompt bei eBay für 1 Euro ersteigert und in Norddeutschland abgebaut und abgeholt.

Da Atemschutz nur im Team geht und die Ausrüstung enorm schwer ist (bis zu 45 kg), muss jeder Geräteträger einmal im Jahr diese Teststrecke bewältigen und zeigen, ob er fit genug ist. Insgesamt dauert der Test 20 Minuten. Im Stadtgebiet Gersthofen gibt es etwa 100 Personen, die das können und dürfen.

Kurz vor Schluss wurden noch die Schulungs-, Aufenthalts- und Jugendräume gezeigt. Alle top ausgestattet und schön eingerichtet. Im Jugendraum steht ein großes Sofa, Gamingkonsole, ein Kicker und eine Bar. Schade ist, dass sich meist die kleinen Kinder für die Feuerwehr interessieren und dann, wenn sie im richtigen Alter wären (Teenager), das Interesse nachlässt. Dabei dürfen Jugendliche ab 16 Jahren schon mit zu Einsätzen - bei Tageslicht.

Die Zeit verging wie im Fluge und trotzdem stand das absolute Highlight noch aus: Eine Fahrt im Löschfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn. Als alle an Board waren, ging die Fahrt los. Tatü-Tata und viel Hurra! Voller Stolz stiegen alle aus und bekamen am Ende vom Kommandant noch Malbücher, das Maskottchen Spritzi und eine Urkunde verliehen.

Toll war´s! Vielen Dank liebe Feuerwehr Gersthofen und liebe Gewinnerfamilie! Es hat sehr sehr viel Spaß gemacht mit Euch allen!


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