Elternatlas

"Tote Mädchen lügen nicht"
Tabuthemen ohne Tabu in die Mitte der Gesellschaft gestellt

Bevor wir unsere Meinung zu der doch sehr beliebten Serie "Tote Mädchen lügen nicht" schreiben, möchten wir unbedingt eines loswerden: Es gibt kein Problem, für das es nicht auch eine Lösung gibt. Und egal wie ausweglos eine Situation erscheinen mag, so gibt es Menschen, die tagtäglich nichts anderes tun, als Menschen aus Notsituationen zu helfen - erfolgreich wohlgemerkt. Wende Dich an Profis, vertraue Dich ihnen an und lass Dir helfen.

Kinder und Jugendliche, die depressiv sind oder an Suizid denken, sollten sich unbedingt, besser heute als morgen, Hilfe holen. Hier geht es zu Anlaufstellen, die sofort helfen.

Wenn Du Mutter oder Vater bist und Hilfe bezüglich Deiner Tochter oder Deines Sohnes brauchst, dann wende Dich an das Elterntelefon.

"Tote Mädchen lügen nicht" basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Jay Asher, ein Schriftsteller aus Kalifornien. Der Roman erschien 2007 und war über ein Jahr lang auf der Bestsellerliste für Kinder- und Jugendliteratur in der New York Times. Die 1. Staffel der Netflix Fernsehserie "Tote Mädchen lügen nicht" erschien 2017, die 2. Staffel im Mai 2018 und eine dritte Staffel soll 2019 folgen.

Die Hauptrollen werden von Katherine Langford (Hannah Baker) und Dylan Minnette (Clay Jensen) gespielt. Kate Walsh (Olivia Baker) spielt die Mutter der toten Schülerin Hannah.

Insgesamt gibt es 26 Episoden. Der Originaltitel lautet "13 Reasons Why", da es eine amerikanische Serie ist. Das Zielpublikum sind Jugendliche. Die großen Themen der Jugendserie sind Suizid, Mobbing, sexuelle Belästigungen, Vergewaltigung und Gewalt. Brennpunktthemen, mit denen sich heute leider viele Schüler und Schülerinnen auseinandersetzen müssen, weil sie entweder selbst davon betroffen sind oder jemanden kennen, der damit zu tun hat. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass sich auch mal eine Serie damit beschäftigt. Die Kritik dazu fiel weltweit nicht nur positiv aus. Einige wollten sie sogar verbieten. Auf Youtube findet man Diskussionen, ob man bestimmte Gewaltszenen hätte lieber nicht bringen sollen.

Die Kommentare dazu zeigen, dass die Zuschauer es verstehen, dass diese Szene gezeigt wurden. Warum? Weil sie es gut finden, dass über diese Themen gesprochen wird, dass sie nicht totgeschwiegen werden und weil Netflix immer wieder Warnungen einblendet.

Die Serie führt zwangsläufig zu Auseinandersetzungen, denn egal ob Eltern, Jugendliche oder die Medien, man setzt sich damit auseinander.

Eltern und Kinder diskutieren miteinander und als Mutter oder Vater stellt man sich die Frage, ob diese Serie denn etwas ist für das eigene Kind. Offiziell ist sie ab 16 Jahren. Doch hört man sich unter den Jugendlichen um, gucken sie diese schon viel früher.

Ein Mädchen hat uns für diesen Artikel offen und ehrlich ihre Meinung geschrieben. Sie schreibt: "Es war ein ewiger Kampf, bis mich meine Mutter "Tote Mädchen lügen nicht" anschauen ließ. Sie war besorgt, da Psychologen und Ärzte die Serie verbieten wollten, weil diese angeblich zu psychischen Problemen führen kann. In der Serie geht es nämlich darum, dass ein Mädchen namens Hannah Suizid begeht und Kassetten hinterlässt. Auf diesen Kassetten erzählt sie von den Personen, die Schuld an ihrem Tod hatten. Hannah tat das aber nicht, um Rache zu nehmen, sondern um den Leuten zu erklären, weshalb sie sich umgebracht hatte.
Natürlich sollten sich Leute, die selbst ähnliche Probleme haben, diese Serie nicht unbedingt anschauen. Aber die, denen es psychisch gut geht, können sich die Serie ohne Probleme anschauen und daraus lernen. Denn dort wird vermittelt, wie grausam Mobbing ist und zu welchen Ergebnissen es führen kann. Außerdem wird gezeigt, dass man aufeinander Acht geben und schauen sollte, wie es den anderen geht.
Ich finde die Serie sehr gut, spannend und lehrreich gemacht und würde sie anderen empfehlen."

Die Mutter des Mädchens erzählte uns, dass sie tatsächlich lange mit ihrer Tochter diskutiert habe und sie große Zweifel hatte, ob diese Art der Unterhaltung etwas für ihre Tochter sei. Die Tochter durfte nur unter der Bedingung die Serie gucken, dass sie sofort zu ihrer Mutter kommt, wenn sie etwas nicht versteht oder etwas sehr schlimm findet. Beide haben viel über die Inhalte gesprochen und die Mutter guckte sich die Serie selbst an.

Im Netz findet man Stimmen von Mobbingopfern, die sich durch diese Serie verstanden fühlen und merken, dass sie nicht alleine sind mit ihren Problemen.

Sehr gut hat uns ein Artikel von MEEDIA gefallen "Nach massiver Kritik an Netflix-Serie: "Acht Gründe, warum "Tote Mädchen lügen nicht" so wertvoll ist"

Wir haben sie uns auch angesehen, waren auf der Internetseite von "13 Reasons Why" und dachten uns, dass diese Serie auf jeden Fall einen Artikel wert ist. Sowohl die Episoden als auch die Webseite fordern auf, mit anderen zu reden, wenn man Hilfe braucht. Die empfohlenen Hilfsseiten auf "13 Reasons Why" sind die DGS und Jugend.Support. Dazu gibt es einen Gesprächsleitfaden, der für Eltern-Kind-Gespräche, aber auch für den Schulunterricht geeignet sein könnte.

Unsere Kinder werden heute überall mit der ungeschönten Realität konfrontiert. Passiert es dann in einer Serie, ist der Aufschrei groß. Wichtig ist doch immer, dass wir als Eltern nah an unseren Kindern sind, uns für sie und ihr Leben interessieren und sie nicht alleine lassen. Das gilt auch für die schon größeren Kinder. Sie brauchen Halt, auch wenn sie beginnen, die Freiheit zu schmecken.

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